Dampfen und die Gesundheit

Das Thema dampfen und Gesundheit wird allerorts sehr kontrovers diskutiert.
Auffällig finde ich dabei, dass viele einfache Konsumenten und Leute, die nur bedingt mit Wissenschaft zu tun haben, gösstenteils offenbar weitaus besser informiert sind, als die meisten Redakteure, die Artikel um die gesundheitlichen Auswirkungen des Dampfens verfassen.
Diese “einfachen” Leute recherchieren gründlich, übersetzen wissenschaftliche Studien sodass man sie auch verstehen kann, konzentrieren ihr Wissen, tragen es zusammen und bilden so eine durchaus ernst zu nehmende Expertengruppe.
Wohingegen der Verfasser eines Artikels meist eine bestimmte Absicht verfolgt und Ansicht vertritt. Oftmals die seines Geldgebers.
Auch die Aussagen und Interpretationen wissenschaftlicher Untersuchungen und Studien sogenannter Fachleute und Experten sind mit viel Vorsicht zu geniessen, da auch sie in Abhängigkeiten stehen, die Einfluss auf ihre Aussagen haben könnten.
Zwar schon ein wenig älter, aber ein gutes Beispiel daür:
https://www.die-debatte.org/e-zigarette-gesundheit/
In den Kommentaren unter dem Artikel wird deutlich, was ich meine   😉

In England steht man der Sache mit dem Dampfen ein wenig aufgeschlossener gegenüber. Dort erkennt man das Potential der elektronischen Zigarette, die schweren gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums zu reduzieren. https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/studie-e-zigaretten-sind-gesuender-als-normale-zigaretten-13372307
Im original: https://www.gov.uk/government/news/e-cigarettes-around-95-less-harmful-than-tobacco-estimates-landmark-review

Auch hier in Deutschland gibt es es immer mehr Stimmen von Fachleuten, Spezialisten und Ärzten, die in der E-Zigarette ein probates Mittel sehen, vom Tabakkonsum wegzukommen.
Das DKFZ (Deutsches Krebs Forschungsinstitut) und die WHO (World Health Organisation) hätten am liebsten eine vollkommen suchtfreie Welt. Das ist aber komplett an der Realität vorbei. Mittlerweile ist man sich darüber einig, dass dampfen etwa zu 95% unschädlicher ist als rauchen. Die teileweise im Dampf einer E-Zigarette nachgewiesenen Schadstoffe und giftigen Verbindungen sind zumeist in so geringen Mengen enthalten, dass sie noch nichteinmal die vorgesehenen Grenzwert erreichen. Beim Schneiden von Kartoffeln oder Tomaten entsteht beispielsweise ähnlich viel Nikotin, wie in der Ausatemluft eines Dampfers.
Auch die erschreckenden Meldungen über Formaldehyd, das im Dampf einer E-Zigarette enthalten sein soll, erweist sich bei näherer Betrachtung als völlig überzogen. Betrachtet man die Werte nämlich genauer, stellt sich heraus, dass in der Luft im Raum, in der gedampft wird, nicht mehr Formaldehyd enthalten ist, als in einem vergleichbaren Raum, in dem Nichtraucher sitzen. Formaldehyd ist ein Stoffwechselprodukt des Körpers und entsteht allein dadurch, dass wir atmen.
Und sind wir mal ehrlich: was ist denn schon gesund? “Obst und Wasser sind gesund” wirst Du jetzt sagen. Da kann ich nicht widersprechen. Es ist aber auch eine Frage der Dosis. Zu viel Wasser oder Obst kann auch tödlich sein. Und falsch angewendet kann man auch in Wasser ertrinken.
Teilweise werden für die Studien die Geräte derart falsch genutzt, dass man nur mit den Ohren schlackern kann. Da werden Verdampfer so lange erhitzt, bis die Watte anfängt zu glimmen…
Dass in dem entstandenen Rauch Schadstoffe enthalten sind, erklärt sich von alleine. Aber niemand käme auf die Idee, seinen Toast zwei Stunden im Toaster zu belassen, bis er komplett verbrannt ist und würde ihn dann noch essen. Da kann von Röstaromen keine Rede mehr sein.

Sehr gern wird auch das Märchen mit den fehlenden Langzeitstudien verbreitet.
Natürlich kann es keine belastbare Langzeitstudie geben! Es würde ausgesprochen schwer, Nichtraucher zu finden, die bereit wären, im Namen der Wissenschaft mit dem Dampfen oder dem Rauchen anzufangen. Genau solche Nichtraucher müssten aber gefunden werden, um die drei Gruppen nach langer Zeit in ihrer gesundheitlichen Entwicklung beurteilen und vergleichen zu können.
Prof. Dr. Polosa, Direktor des Institutes für Innere Medizin und Klinische Immunologie an der Universität Catania in Italien, ist es gelungen, 5 Frauen und elf Männer zu finden, die an seiner Langzeitstudie teilnahmen. Sie sollten in ihrem bisherigen Leben nicht mehr als 100 Zigaretten geraucht und die E-Zigarette seit mindestens drei Monaten benutzen. Sehr erstaunlich, dass Prof. Dr. Polosa überhaupt jemanden mit diesem Profil finden konnte, denn es gibt sehr wenige Nichtraucher, die anfangen zu dampfen.
Über dreieinhalb Jahre wurden die Probanden regelmäßig untersucht und man fand am Ende… nichts.

„In einer kleinen Gruppe von jungen, erwachsenen, nierauchenden [never-smoking, Anm. d. Red.], täglichen Nutzern von E-Zigaretten, die sehr sorgfältig für etwa 3,5 Jahre begleitet wurden, fanden wir keinerlei Verminderung des Lungenvolumens, Entwicklung von Atemwegssymptomen, Veränderungen der Marker für eine Entzündung der Lunge in der ausgeatmeten Luft oder Anzeichen von frühen Lungenschäden im CT Scan; im Vergleich zu einer sorgfältig verglichenen Gruppe von Nichtrauchern und Nichtkonsumenten von E-Zigaretten.
Selbst die intensivsten Nutzer von E-Zigaretten zeigten keinen Nachweis für eine beginnende Lungenschädigung in den physiologischen, klinischen oder Entzündungen betreffenden Messungen. Darüber hinaus wurden keine Veränderungen im Blutdruck oder Herzfrequenz gemessen.“
Prof. Dr. Riccardo Polosa, et al., Health impact of E-cigarettes.”

Weitere Details könnt Ihr diesem Artikel entnehmen: https://www.vapers.guru/2017/11/22/langzeitstudie-keine-schaeden-durch-e-zigarette/
und hier sehr viel ausführlicher: https://www.innocigs.com/blog/aktuelle-langzeitstudie-e-zigarette-konsum/?fbclid=IwAR25vuo-ghWaPOPToNC9z82-7dxpzJEpo-mPQ232iPyoEKnaRHrmMCQX580

Einen anderen Stellenwert haben die explodierenden Akkus. Denen habe ich an dieser Stelle einen eigenen Artikel gewidmet.
Haben wir alle schonmal gelesen oder gehört, dass jemandem seine E-Zigarette um die Ohren geflogen ist. Was bei diesen Berichten aber selten erwähnt wird, ist die Tatsache, dass dort an den Geräten gebastelt wurde und dabei nicht auf Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Akkus geachtet wurde. Die Akkus in E-Zigaretten sind die gleicht, die in manchen Taschenlampen oder Radios verwendet werden. Es handelt sich hierbei auch um Hochleistungsakkus, die imstande sind, mit einem Mal 200 oder 300 Watt an einer Glüwendel in der E-Zigarette zu erzeugen. Dass solche Bauteile eine gewisse Sachkenntnis voraussetzen, sollte eigentlich jedem einleuchten. Doch wie überall im Leben…

Ich persönlich kann nur sagen, dass meine eigenen Erfahrungen, die ich mit dem Großteil der zu Dampfern gewordenen Rauchern teile, mich darin bestärken, jedem Raucher das Dampfen zu empfehlen.
Es ist erstaunlich, wie schnell und um wieviel besser es einem nach dem Umstieg geht.
Schon drei Tage danach hatte ich nicht mehr diese Hustenanfälle, Treppensteigen viel mir wesentlich leichter, der Geruchs- und Geschmackssinn setzten wieder ein… Selbst die anfänglichen Probleme, von denen viele Einsteiger berichten, dass sie sogar noch stärker husten müssen als vom Rauchen, kannte ich nicht. Dieser anfängliche Hustenreiz beim Inhalieren des Dampfes rührt einfach daher, dass den Liquids, im Gegenstatz zu Zigaretten, keinerlei Zusatzstoffe, die diesen Reiz unterdrücken, zugegeben werden. Daher braucht es ein paar Tage, bis der Körper auch ohne diese Stoffe klar kommt. Die meisten Nebenwirkungen sind keine Nebenwirkungen des Dampfens, sondern rühren daher, dass wir nicht mehr rauchen. Es sind also mehr oder weniger Entzugserscheinungen.
Dampfen – Nebenwirkungen und Symptome

Natürlich kann eine E-Zigarette gefährlich werden. Aber nur dann, wenn man sie falsch handhabt. Dann kann selbst ein Turnschuh gefährlich werden, wenn ich ihn zweckentfremde und beispielsweise meinem Nachbarn auf den Kopf haue. Die wird aber niemand verbieten wollen…

Dampfen Lungenfacharzt